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	<title>krit.de &#187; Peter Glaser</title>
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		<title>Das Netz muss lernen, zu vergessen</title>
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		<comments>http://krit.de/das-netz-muss-lernen-zu-vergessen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 May 2008 14:04:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Krit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Peter Glaser]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="subtext"> <img style="float:right; padding:1px; border:1px #666 solid; margin-left:20px; margin-top:10px;" src="http://krit.de/wp-content/uploads/peter-glaser21.jpg" alt="Peter Glaser" title="Peter Glaser" width="120" height="135" class="alignnone size-full wp-image-24" /> Mit meinem Einstieg ins Internet las ich den Klassiker <a href="http://www.rambling-footlights.de/index.php/katrin/article/24_stunden_im_21jahrhundert/">24 Stunden im 21. Jahrhundert</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Glaser">Peter Glaser</a>. Dort fand ich die Email-Adresse des Autors, dem ich sogleich eine Email mit ein paar Einsteigerfragen schickte. Die Antwort kam so prompt, dass ich sprachlos war. 12 Jahre sp&#228;ter komme ich den Genu&#223; eines Krit-Interviews mit Peter Glaser, der &#252;ber seine ersten Internetschritte, das Schreiben im digitalen Zeitalter, die Notwendigkeit des Vergessens und die Herausforderungen digitaler Techniken und Netze erz&#228;hlt. </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="subtext"> <img style="float:right; padding:1px; border:1px #666 solid; margin-left:20px; margin-top:10px;" src="http://krit.de/wp-content/uploads/peter-glaser21.jpg" alt="Peter Glaser" title="Peter Glaser" width="120" height="135" class="alignnone size-full wp-image-24" /> Mit meinem Einstieg ins Internet las ich den Klassiker <a href="http://www.rambling-footlights.de/index.php/katrin/article/24_stunden_im_21jahrhundert/">24 Stunden im 21. Jahrhundert</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Glaser">Peter Glaser</a>. Dort fand ich die Email-Adresse des Autors, dem ich sogleich eine Email mit ein paar Einsteigerfragen schickte. Die Antwort kam so prompt, dass ich sprachlos war. 12 Jahre sp&#228;ter komme ich den Genu&#223; eines Krit-Interviews mit Peter Glaser, der &#252;ber seine ersten Internetschritte, das Schreiben im digitalen Zeitalter, die Notwendigkeit des Vergessens und die Herausforderungen digitaler Techniken und Netze erz&#228;hlt. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Funktioniert eigentlich immer noch Deine alte Email-Adresse aus dem Zeberus-Netz, die ich anno 1996 nutzte, um Dir ein paar Einsteigerfragen zu stellen (mit prompter Antwort Deinerseits gleich am n&#228;chsten Tag)? Wie war das damals mit der Email-Kommunikation?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Die Adresse funktioniert nicht mehr. Die BIONIC-Mailbox, auf der ich meinen Z-Netz-Account hatte, ist im November 2004 nach 15 verdienstvollen Jahren abgeschaltet worden. Durch die explosionsartige Ausbreitung des Internet nach 1993 wurde Email eine komfortable Kommunikationsform. In den 80er Jahren gab es noch kein einheitliches Adressierungsschema f&#252;r Emails, das war eine Art alt&#228;gyptische Geheimlehre, wie man beispielsweise eine Mail aus dem deutschen Mausnet in das europ&#228;ische Bitnet schickte. Mitte der 90er Jahre habe ich dann mit ein paar alten Freunden, die inzwischen in fernen L&#228;ndern lebten, Dank Email wieder zu einer allt&#228;glichen N&#228;he gefunden, nachdem wir uns zuvor nur noch gelegentlich ein Weihnachtsfax geschickt hatten. Man konnte sich per Mail wieder &#252;ber Kleinigkeiten austauschen, derentwegen man sich nie die M&#252;he gemacht h&#228;tte, einen Brief zu schreiben, zu frankieren und zum Briefkasten zu tragen.</p>
<p class="zitat"><strong>Der Millionenchor</strong>  an individuellen Stimmen in der Blogosph&#228;re</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Wie sind diese Netze zu &#8220;B&#252;rgernetzen&#8221; geworden und welche Rolle spielen sie heute, also in einer Zeit, in der Weblogs diese Rolle &#252;bernommen h&#228;tten?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Das waren von Anfang an B&#252;rgernetze, junge B&#252;rger haben sie gemacht. Keine Beh&#246;rde, keine Institution, kein Unternehmen. Heute sind B&#252;rgernetze weniger an bestimmte technische Strukturen gebunden. Es sind sehr bewegliche soziale Strukturen, die mit dem Netz einen starken Hebel benutzen k&#246;nnen, um Debatten zu f&#252;hren, zu informieren und zu agieren. Was ich gleicherma&#223;en anstrengend wie aufregend finde, ist der Millionenchor an individuellen Stimmen in der Blogosph&#228;re, der einem deutlich macht, wie viel mehr es noch gibt au&#223;er rot, schwarz, gr&#252;n und blaugelb.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Was war das f&#252;r ein Gef&#252;hl, damals &#8220;online zu sein&#8221; und wie sah &#252;berhaupt Dein Einstieg ins &#8220;Netz der Netze&#8221; aus?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Beim ersten Mal hatte ich Herzklopfen und das Gef&#252;hl, dass pl&#246;tzlich fremde Menschen auf meinem Tisch sitzen. Und ich war nicht sicher, ob die Verbindung bestehen bleibt, wenn man sich nicht ordentlich ausloggt, sondern einfach auflegt. Das waren ja damals zum Teil Ferngespr&#228;che, da ratterte der Geb&#252;hrenz&#228;hler wie die N&#228;hmaschine. Ein Freund aus dem Chaos Computer Club hatte mir einen Prototypen des weiterentwickelten legend&#228;ren Datenklos zum Geburtstag geschenkt, eine gr&#252;ne Platine mit einem Drahtverhau, aus dem einen zwei Jumbo-LEDs wie die Stielaugen einer au&#223;erirdischen Garnelenart angl&#252;hten. Oninesein war klasse, man bewegte sich mit einer gewissen Superman-haftigkeit rasant um die Welt. Es war fantastisch in einem ganz urspr&#252;nglichen Sinn. Da streiften ja immer nur ein paar unanschauliche Zeilen &#252;ber den Schirm, den ganzen ungeheuerlichen Rest hatte die Fantasie zu leisten.</p>
<p class="zitat"><strong>Da ratterte</strong>  der Geb&#252;hrenz&#228;hler wie die N&#228;hmaschine</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Was hat Dich an der Internetentwicklung der letzten 12 Jahre am meisten erstaunt, womit hast Du nicht gerechnet und was beobachtest Du mit Unbehagen?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Was mich am meisten erstaunt, ist, wie friedlich und umfassend Computer und das Netz den Planeten in einem erstaunlich kurzen Zeitraum radikal ver&#228;ndert haben.</p>
<p>Womit ich nicht gerechnet habe, oder nicht so schnell, ist die Konvergenz. Dass der Computer auch ein so m&#228;chtiges Medium wie das Fernsehen einfach einatmet, meine CD-Sammlung einatmet und, wie Friedrich Kittler sagt, den Begriff der Medien in der Mehrzahl einkassiert und zum Medium schlechthin wird.</p>
<p>Was ich mit Unbehagen beobachte, ist, dass die Leute im Netz &#252;ber den Tisch gezogen werden. Der Wert, den die pers&#246;nlichen Daten haben, die sie da hergeben, steht in einem v&#246;lligen Unverh&#228;ltnis zu den Social Network-Glasperlen etc., mit denen sie abgefunden werden.</p>
<p><strong>Herr Krit</strong>: Wie ver&#228;ndert die allgegenw&#228;rtig werdende digitale Alltagstechnik mit Fokus auf das Internet soziales Verhalten, Konzentrationsf&#228;higkeit, Identit&#228;t, Erinnerungsverm&#246;gen?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Sozialverhalten: Es gibt einen ganzen Strau&#223; an Ver&#228;nderungen von neuen Formen des Sozialversagens (Flame Wars, Trolle) hin zu grandiosen Gemeinschaftsleistungen wie FAQs oder Wikipedia. Wir sind alle dabei, unser Verhaltensrepertoire neu zu justieren. Konservativ ist die Zeit keinesfalls, in der wir leben.</p>
<p>Konzentrationsf&#228;higkeit: Was hatten Sie vorhin nochmal gesagt?</p>
<p>Identit&#228;t: Das war eine Sorge in den neunziger Jahren Jahren &#8211; dass virtuelle Gemeinschaften entstehen, in denen man beliebig neue Identit&#228;ten annimmt und abtauchen kann. Ich glaube, dass der Erfolg der neuen Kommunikationsformen auch damit erkl&#228;rbar ist, dass es diese Verselbst&#228;ndigung eben nicht gibt. Gerade durch die zunehmende Verflechtung zwischen Online-Welt und Offline-Welt kann man im Netz seine Identit&#228;t gar nicht ohne weiteres manipulieren.</p>
<p class="zitat"><strong>Vergessen ist</strong>   keine Schw&#228;che, sondern eine wichtige menschliche Eigenschaft</p>
<p>Erinnerungsverm&#246;gen: Wir leben in einer Epoche des totalen Speicherwahns. Jeder hebt alle 2000 unscharfen Digitalfotos vom letzten Urlaub auf undsoweiter. Wir m&#252;ssen die wertvolle menschliche F&#228;higkeit des Vergessens wieder auf den ihr zustehenden Rang erheben. Ohne Vergessen gibt es keine Resozialisierung, keine Nachsicht, keine Chance, sich zu ver&#228;ndern und auch nicht die F&#228;higkeit, auszuw&#228;hlen. Vergessen ist keine Schw&#228;che, sondern eine wichtige menschliche Eigenschaft. Deshalb m&#252;ssen auch Maschinen und Verb&#252;nde wie das Netz lernen, zu vergessen.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Stichwort Datenbanken: &#220;berfordert die Gr&#246;&#223;e von tats&#228;chlichen und m&#246;glichen Datenbanken und die schiere Unmenge an Daten nicht unser Vorstellungsverm&#246;gen? Hantiert der &#8220;antiquitierte Mensch&#8221; mit m&#228;chtigen Geistern, die er rief und letztendlich nicht kontrollieren und schon gar nicht zum &#8220;Wohle der Menschheit&#8221; einsetzen kann?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Ja.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Das Bundesverfassungsgericht hat in zwei Urteilen dem &#8220;Bundestrojaner&#8221; und der &#8220;Vorratsdatenspeicherung&#8221; Grenzen gesetzt. Ist das f&#252;r Dich ein Erfolg f&#252;r Datenschutz und Privatsph&#228;re oder wurde dem &#220;berwachungsverlangen der Datenkrake Staat zugearbeitet?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Wie die Abh&#246;raff&#228;re bei der Telekom belegt, hat der Staat kein Monopol auf Datenmi&#223;brauch. Im Zeitalter der Globalisierung wird auch das dereguliert. Die juristischen Grenzziehungen zum Bundestrojaner und der Vorratsdatenspeicherung sehe ich nicht so sehr als Erfolg, eher als Kompromi&#223;.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Vor einiger Zeit hast Du im Blog der Technology Review &#252;ber Live Caching, &#252;ber „die totale Speicherung“ des pers&#246;nlichen Lebens geschrieben. Wie l&#228;&#223;t sich dieses Verlangen erkl&#228;ren?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Schon dem Pharao im alten &#196;gypten wurde als Symbol das g&#246;ttliche Auge zugeschrieben, es sieht alles, immer und &#252;berall. Es ist ein ungez&#252;geltes und eigentlich ziemlich kindisches Kontrollbed&#252;rfnis. Und man br&#228;uchte noch ein zweites Leben, um die Aufzeichnungen seines ersten abzuh&#246;ren. Ich hab jetzt schon nicht mal mehr Zeit, fernzusehen.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Um auf einen Klassiker der Internet-Literatur zur&#252;ckkommen, eben Dein Buch &#8220;24 Stunden im 21 Jahrhundert&#8221; (in der Folge abgek&#252;rzt auf &#8220;24 Stunden&#8221;). Dort fand ich die These, dass die &#8220;elektronische Verbreitung&#8221; von Text das Geschriebene entwerte. Was meintest Du damit?</p>
<p><strong>Peter Glaser</strong>: Ein Buch fordert schon mal deshalb Aufmerksamkeit, weil es einen gewissen Hubraum in diesem Umiversum einnimmt, das gleiche gilt f&#252;r eine Zeitung. L&#246;schen und Zerkn&#252;llen beispielsweise sind zwei fundamental unterschiedliche Vorg&#228;nge. Beim L&#246;schen von digitalen Texten, dem zugegebenerma&#223;en auch ich gelegentlich fr&#246;ne, erlebt man eine gewissenlose Leichtfertigkeit, die f&#252;r den Umgang mit geschriebener Sprache nicht gut ist. Nicht die digitale Verbreitung, aber die digitale Form von Sprache ist gef&#228;hrlich.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> In den &#8220;24 Stunden&#8221; hast Du &#252;ber die Rolle des Schreibens und der Literatur im Zeitalter der Digitalisierung reflektiert. &#8220;Der Sprachumsatz auf digitaler Basis&#8221; w&#252;rde &#8220;noch dem einfallslosestem Gew&#228;sch eine Aura von Sinnf&#228;lligkeit&#8221; verleihen. Das klingt wohltuend b&#246;se, aber was ist heute wahr daran?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Das hat insofern nachgelassen, als das Netz l&#228;ngst den Glanz des Neuen verloren hat. Wenn heute jemand schlechte Literatur unter die Leute bringen will, w&#252;rde ich ihm empfehlen, den Umschlag mit Brillianten zu bekleben oder bei Abnahme ab 100 St&#252;ck gro&#223;e Mengen Heiz&#246;l dazuzuschenken.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> In Deinem Buch &#8220;24 Stunden im 21 Jahrhundert&#8221; hast Du aus meiner Sicht zentrale Aspekte &#252;ber die Entwicklung des Internets vorausgesehen. Zum Beispiel den Gedanken, dass das Internet unseren Zeithorizont nicht erweitere, sondern verzerre. Wie hat sich das aus Deiner Sicht im Laufe der Jahre konkretisiert?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Wenn du irgendwo im Internet bist, hast du dich schon mal gefragt, wie sp&#228;t es eigentlich ist an dem Ort, an dem du dich gerade befindest, und wie du das herausfinden k&#246;nntest? Etwas ernsthafter gesagt: Die immer mehr digitalen Kommunikationsformen und Medienkan&#228;le werfen uns Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus allen Epochen und Kulturen des Globus in den Scho&#223; und machen unsere Beweglichkeit in der Zeit gr&#246;&#223;er &#8211; auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass wir mehr und mehr in der Gegenwart eingesperrt werden.</p>
<p class="zitat"><strong>Die</strong> Hardware soll verschwinden</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Stichwort Maschine und ihre Vermenschlichung. In den &#8220;24 Stunden&#8221; erkl&#228;rst Du, dass der Maschine &#8220;die entspannten, kleinen, gedankenlose Wege fehlen&#8221; w&#252;rden, &#8220;durch die die Inspiration flute&#8221;. Was fehlt der Maschine auf ewig noch?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Mein einziger Wunsch an die Technologie der Zukunft: die Hardware soll verschwinden, vollst&#228;ndig, und nur die Funktionen bleiben.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> 1995 schriebst Du auch: &#8220;Infobahn ist Big Business und Ausdruck von Gesellschaften, in denen es anscheinend keine soziale Visionen mehr gibt, sondern nur noch Vorstellungen von neuer Technik&#8221;. Wird das nicht durch die ganzen und stetig sich aufs neue hochschaukelnden kleinen und gro&#223;en Netz-Hypes best&#228;tigt? Und was ist dem entgegenzusetzen?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Altes arabisches Sprichwort sagt: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, mach Pl&#228;ne.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Legen Maschinen und ihre Software vielen Anwendern eher Minderertigkeitsgef&#252;hle als Selbstvertrauen nahe, weil das Scheitern &#8220;vorprogrammiert&#8221; ist?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Nicht unbedingt. Die Welt ist dazu da, komplex zu sein und wir, das nach und nach zu verstehen. Das ist die Herausforderung schlechthin. Es gibt aber einen negativen Aspekt von Komplexit&#228;t &#8211; das Komplizierte. Unn&#246;tige Komplexit&#228;t. Komplizertheit ist aber nicht nur ein klassisches Problem bei Maschinen, auch Menschen sind chronisch kompliziert.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong>  Was Software heute alles erm&#246;glicht, wie sie Globalisierung beschleunigt und neue Wirklichkeiten mit Hilfe von Simulationen schafft! Ich staune dar&#252;ber, wie wenig wir &#252;ber die kaum mehr zu &#252;berblickende Abhh&#228;ngigkeit nachdenken. Oder t&#228;usche ich mich?</p>
<p><strong>Peter Glaser</strong>: Neue Kulturtechniken sind immer Wagnisse und mit Abh&#228;ngigkeiten verbunden. Die ersten Netze in geschichtlicher Zeit waren die Bew&#228;sserungsnetze der alten &#196;gypter. Da kleine Dorfgemeinschaften die dazu n&#246;tige Logistik nicht leisten konnten, erfand man eine vollkommen neue soziale Organisationsform &#8211; den Staat. Die Versorgung verbesserte sich, daf&#252;r machte sich die Dorfgemeinschaft abh&#228;ngig von einer weit vom Dorf entfernten Macht. Das Prinzip hat sich bis heute nicht ge&#228;ndert.</p>
<p><strong>Herr Krit</strong>: Zuguterletzt die Frage, was wir in naher Zukunft von Dir erwarten d&#252;rfen. Ein neues Buch, ein neuer Blogauftritt?</p>
<p><strong>Peter Glaser:</strong> Im Lauf des Sommers ein Blog, in dem ich meine T&#228;tigkeit als digitales Tr&#252;ffelschwein dero g&#252;tigster Gewogenheit des p.t. publici submissest anheimstelle, wie wir &#214;sterreicher fr&#252;her mal gesagt h&#228;tten. Und eine Novelle. Ich hoffe jedenfalls, dass ich damit noch in diesem Jahr fertig werde. Dr&#252;ckt mir die Daumen.</p>
<p><strong>Herr Krit</strong>: Ich dr&#252;cke mal fleissig mit. Vielen Dank f&#252;r die vielen interessanten Antworten.</p>
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