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	<title>krit.de &#187; Marcus Völkel</title>
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		<title>Mit Herz f&#252;r eine klare Strategie</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2005 21:22:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Krit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marcus Völkel]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="subtext">Marcus V&#246;lkel ist Usability-Spezialist und einer der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der <a href="http://www.scoreberlin.de/">scoreberlin GmbH</a>. Er betreibt seit Juni 2003 das Weblog <a href="http://www.web-blog.net/">Usability Inside</a>. Dort ver&#246;ffentlicht er nicht nur Artikel &#252;ber Usability, sondern auch Anleitungen f&#252;r mehr Sicherheit im Internet, offen ausgesprochene Mac-Vorlieben sowie diverse f&#252;r das Webworking relevante Linkbesprechungen.</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="subtext">Marcus V&#246;lkel ist Usability-Spezialist und einer der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der <a href="http://www.scoreberlin.de/">scoreberlin GmbH</a>. Er betreibt seit Juni 2003 das Weblog <a href="http://www.web-blog.net/">Usability Inside</a>. Dort ver&#246;ffentlicht er nicht nur Artikel &#252;ber Usability, sondern auch Anleitungen f&#252;r mehr Sicherheit im Internet, offen ausgesprochene Mac-Vorlieben sowie diverse f&#252;r das Webworking relevante Linkbesprechungen.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Eines der kritischen und wichtigen Themen ist und bleibt Sicherheit im Internet, deren Relevanz f&#252;r die private und gesch&#228;ftliche Kommunikation kaum wahrgenommen oder gar nicht ernstgenommen wird. Teilst Du diesen Eindruck?   </p>
<p><strong>Marcus:</strong> Ja, den Eindruck teile ich. Im privaten Bereich begegnet man oft der Einstellung, seine Schuldigkeit mit der Installation eines Virenscanners oder gar einer Desktop Firewall getan zu haben. Im Business hat man daf&#252;r ja die verantwortlichen Herren Systemadministratoren. Und nat&#252;rlich den Corporate Authenticity Trust and Security Disclaimer, der automatisch unter jede ausgehende Mail geh&#228;ngt wird. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Der Newsdienst Heise online schrieb am 10. September 2004 im dem Artikel Abh&#246;ren f&#252;r jeden Geschmack: &#8220;Mit einer Zunahme der &#220;berwachung von E-Mails durch staatliche Stellen ist voraussichtlich ab 2005 zu rechnen.&#8221; Was ist damit gemeint und wie sorgst Du als Berater und Blogger vor?  </p>
<p><strong>Marcus:</strong> Ja, das ist eine unsch&#246;ne Geschichte. Seit dem 1. Januar sind Provider, &#252;ber deren Anlagen Mailverkehr abgewickelt wird und die eine Anzahl von mindestens 1000 Kunden betreuen, dazu verpflichtet, die Kommunikation nicht nur aufzuzeichnen, sondern auf Verlangen durch Beh&#246;rden auch weiterzuleiten bzw. auszuh&#228;ndigen. Die Kritik daran ist nat&#252;rlich gro&#223;: Zum einen werden s&#228;mtliche Kosten auf die Provider geschoben, was gerade f&#252;r kleinere Anbieter eine gewaltige finanzielle Belastung mit sich bringt. Zum anderen wird &#252;ber solche Ma&#223;nahmen der Datenschutz quasi ausgehebelt, wodurch wiederum neue M&#246;glichkeiten zum Datenmissbrauch entstehen.</p>
<p class="zitat"><strong>Diese</strong> digitale Schere kann nur &#252;ber Information und Know-how-Transfer geschlossen werden.</p>
<p>Als Blogger nutze ich M&#246;glichkeiten, dagegen zu protestieren, indem ich meine Leser dar&#252;ber informiere, wie sie sich im pers&#246;nlichen Bereich verhalten k&#246;nnen und weshalb das sinnvoll ist. Ich bin ja kein Sicherheitsexperte. Es ist nur so, dass wir es mit einer ziemlich auseinanderklaffenden Spaltung zu tun haben: Je weniger die Menschen &#252;ber ein Medium wissen, umso anf&#228;lliger sind sie f&#252;r dessen »Gefahren«. Hier zum Beispiel das Web: Es f&#228;ngt mit harmlosen Popups an, geht &#252;ber Viren, Dialer, unsichere Browser und macht eben auch vor Rechtsverdrehung oder staatlich verordneter &#220;berwachung nicht Halt. Diese digitale Schere kann nur &#252;ber Information und Know-how-Transfer geschlossen werden.</p>
<p>So entstanden dann auch als winziger Beitrag meinerseits die GPG-Anleitungen f&#252;r Mac-User mit einer F&#252;nf-Personen-Zielgruppe im Kopf: Wie erkl&#228;re ich z.B. meiner kleinen Schwester, wie sie GnuPG auf ihrem eMac zum Laufen bringt, ohne st&#228;ndig bei mir anrufen zu m&#252;ssen? Und so habe ich zudem beim Erstellen der Anleitungen wesentlich mehr &#252;ber PGP und Kryptografie gelernt als ich vorher ahnen konnte. Wissensvermittlung ist also nie umsonst!</p>
<p>Das Schlimme dabei ist, dass es ein quasi unm&#246;gliches Unterfangen ist, diese L&#252;cke schlie&#223;en zu wollen. Angst h&#228;lt die Schere sperrangelweit offen. Menschen distanzieren sich von ihrer Meinung, sofern sie &#252;berhaupt eine vertreten, damit man sie ja nicht verklagt. Oder haben pl&#246;tzlich »nichts zu verbergen« – und verstecken sich lieber hinter solchen Aussagen, als sich mit ihrer Privatsph&#228;re und neuen Technologien zu besch&#228;ftigen. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Welche Informationsquellen zum Thema Sicherheit favorisierst und nutzt Du? &#8211; Das Warum kann ich mir denken. ;-)  </p>
<p><strong>Marcus:</strong> Sicherheit ist nicht mein Hauptthema, daher bin ich da nicht auf bestimmte Quellen festgelegt. Die typischen Newsgroups sind eine gute Anlaufstelle. Mailinglisten und RSS-Feeds bieten sich &#252;berall da zum Abo an, wo potenzielle Sicherheitsl&#252;cken auftreten k&#246;nnen. Wer beispielsweise ein Blog, ein CMS, eine Community oder &#228;hnliches pflegt, ist also gut beraten, der Sicherheit per se einen h&#246;heren Stellenwert zuzuweisen. Und gut ist nat&#252;rlich auch, wenn man jemanden kennt, der in der Materie wirklich zuhause ist. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Aber Usability ist ein Hauptthema, das Du als Spezialanbieter f&#252;r Usability-Beratung mit Deiner Gesch&#228;ftspartnerin Silvana Borsutzky erfolgreich zu vermarkten verstehst. Was hast Du vor dieser Zeit gemacht und wie war Dein Weg zum Erfolg in diesem Dienstleistungsbereich. </p>
<p><strong>Marcus:</strong> Urspr&#252;nglich komme ich aus dem journalistischen und Texter-Umfeld. Das war zu Schulzeiten mein Traum: vom Schreiben toller Reportagen, Geschichten und Romane zu leben. Ich gab eine Sch&#252;lerzeitung heraus und verdiente mir in den Achtzigern mehr als ein Taschengeld mit Jahreshauptversammlungs-Berichten f&#252;r eine lokale Tageszeitung. Im Jahrzehnt darauf schrieb ich f&#252;r die Kulturredaktion der Bremer taz, arbeitete f&#252;r Radio Bremen, versuchte mich als Werbetexter und fuhr nachts Taxi.</p>
<p>Mitte der Neunziger kam ich nach Berlin, arbeitete in einer Dialogmarketing-Agentur in den Edison-H&#246;fen in Mitte und wurde dort Partner bzw. Gesellschafter. U.a. war ich f&#252;r Werbemitteltests, Nutzerbefragungen und die Textoptimierung von Mailings zust&#228;ndig. Wir arbeiteten mit 14 Mitarbeitern zu neunzig Prozent f&#252;r zwei gro&#223;e Kunden und waren im Grunde von denen abh&#228;ngig.</p>
<p>Ende der Neunziger lernte ich Silvana, die bei einem gr&#246;&#223;eren Multimedia-Dienstleister arbeitete, w&#228;hrend eines gemeinsamen Internetprojekts kennen. Wir waren &#228;hnlich unzufrieden, teilten &#228;hnliche Visionen. Und so gr&#252;ndeten wir scoreberlin als Webagentur mitten in die erb&#228;rmlich verpuffende New Economy hinein.</p>
<p>Es dauerte bis 2002, als wir uns ein Herz fassten, eine klare Strategie ausarbeiteten und uns auf die Usability-Nische festlegten. Das war gut, denn zum einen brachte ich eine Menge Erfahrung aus Nutzerbefragungen mit, zum anderen erhielten Neugr&#252;ndungen zu dieser Zeit sehr viel Aufmerksamkeit, und immer mehr Unternehmen erkannten die Notwendigkeit von benutzerorientierten Inhalten. So konnten wir uns in dieser Nische einen kleinen, feinen Namen machen. Heute binden uns &#252;ber 80 Prozent unserer Auftraggeber (marktf&#252;hrende Unternehmen, global agierende Konzerne, Agenturen, Beh&#246;rden) mehrfach in ihre Projekte ein. Und Neugesch&#228;ft machen wir zu einem gro&#223;en Teil aus Empfehlungen.</p>
<p>Mittlerweile bin ich in meinem eigenen, unabh&#228;ngigen Unternehmen fest angestellt, bekomme dreizehn Monatsgeh&#228;lter im Jahr und habe bezahlten Urlaub. Das finde ich sehr cool – denn es sah nicht immer danach aus. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Wie sieht Dein Alltag als Berater und Gesch&#228;ftsf&#252;hrer aus?  </p>
<p><strong>Marcus:</strong> Was macht der Usability-Berater? Wir machen, dass User eine Website oder Software ganz einfach, gerne und erfolgreich benutzen und bedienen k&#246;nnen. Ich bin sozusagen die Schnittstelle zwischen Nutzer, Anbieter und Entwickler. Alle drei Gruppen verfolgen verschiedene Absichten und Ziele (weshalb ich gegen missverst&#228;ndliche »Usability«-&#220;bersetzungen à la Benutzerfreundlichkeit, Gebrauchstauglichkeit etc. bin, das ist zu einseitig und greift viel zu kurz). Meine Aufgabe ist es, diese teilweise gegenl&#228;ufigen Ziele bestm&#246;glich unter einen Hut zu bringen. So entstand auch unser Claim als eine Art Leistungsversprechen: Wir optimieren Interaktion.</p>
<p class="zitat"><strong>Wir</strong> machen, dass User eine Website oder Software ganz einfach, gerne und erfolgreich benutzen und bedienen k&#246;nnen.</p>
<p>Mit dem Anbieter werden zun&#228;chst Ziele definiert; das kann die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung sein (in kleineren Unternehmen), die Marketingabteilung oder die Internet-Projektleitung. Als Berater habe ich nun die Aufgabe, aus dem Werkzeugkasten das f&#252;r die Aufgabe geeignetste Werkzeug herauszuziehen. Dabei steht uns ein recht umfangreiches Set zur Verf&#252;gung; im Usability Engineering gibt es eine gro&#223;e Menge wirkungsvoller Methoden, Verfahren und Instrumente.</p>
<p>Oftmals werden zun&#228;chst grundlegende Schw&#228;chen und Probleme von mehreren Gutachtern im Rahmen der Usability-Inspektion identifiziert. Die Ergebnisse geben gen&#252;gend Aufschluss und Hinweise, um anschlie&#223;end spezifische Nutzer-Tests mit der Zielgruppe im Usability-Lab durchzuf&#252;hren. In Workshops und Seminaren mit den Entwicklern und Designern werden die daraus entstehenden Ergebnisse und Optimierungsempfehlungen er&#246;rtert und Usability wird in den Workflow integriert. Der Kreislauf, der dabei entsteht, ist das Sch&#246;ne und Spannende an meiner Arbeit: Ich habe st&#228;ndig mit den wirklich unterschiedlichsten Menschen zu tun. Das macht mir sehr viel Spa&#223;! </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Gibt es einen besonders schwierigen Meilenstein in diesem Prozess? </p>
<p><strong>Marcus:</strong> Das Schwierigste sind in erster Linie Zeit- und Budgetvorgaben. Beide sind meistens knapp bemessen. Analysen und qualitativ hochwertige Ergebnisse ben&#246;tigen Zeit. Je mehr, desto besser. Bei den gutachtenbasierten Analysen arbeiten wir in der Regel mit drei, manchmal nur zwei Beratern. Das ist ja eine Kostenfrage, auch hier w&#228;ren mehr Gutachter nat&#252;rlich besser.</p>
<p>Bei den Nutzertests steht und f&#228;llt die Qualit&#228;t der Ergebnisse mit der Probandenauswahl, den Probanden selbst, deren Bezug zur Website oder Software und zum jeweiligen Versuchsleiter. Das ist eine echte Herausforderung, vor allem wenn eben nicht nur quantitativ statistische Daten erhoben werden.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> &#220;ber diese Herausforderung hast Du vor kurzem den Text <a href="http://www.web-blog.net/comments/P191_0_1_0/">Usability-Tests: der authentische Nutzer</a> geschrieben und den schmalen &#8220;Grat zwischen sozialer Erw&#252;nschtheit und ungek&#252;nstelter Authentizit&#228;t&#8221; ausgelotet. Wo liegen hier kurzgefasst die wichtigsten Probleme und L&#246;sungsans&#228;tze?  </p>
<p><strong>Marcus:</strong> Hehe, kurzgefasst ;) Okay: Authentizit&#228;t ist wichtig, um echte Ergebnisse zu erhalten. Wenn man uns eine Aufgabe stellt, haben wir den Wunsch, diese Aufgabe erfolgreich zu bestehen. Man kann also einem Probanden noch so oft erz&#228;hlen, dass die Website getestet wird und nicht der Proband: Er wird sich freuen, wenn er die Aufgabe erfolgreich bew&#228;ltigt. Und er wird es nicht selten auf sich schieben, wenn er sie nicht schafft.</p>
<p>Die »soziale Erw&#252;nschtheit« tr&#228;gt dazu bei, dass Aussagen verf&#228;lscht werden. Probanden sehen sich einer (selbst verursachten) Erwartungshaltung gegen&#252;ber bzw. Erwartungen, die sie erf&#252;llen wollen. Das f&#252;hrt dann dazu, dass Aussagen gemacht werden, die dem Verhalten total widersprechen. Der User verirrt sich beispielsweise immer wieder, behauptet aber, er habe sich sehr gut zurechtgefunden. Besonders stark macht sich das bei m&#228;nnlichen Personen bemerkbar, die sich nicht eingestehen, dass sie beispielsweise &#252;berfordert sind (bzw. dies in ihrem Ego gar nicht wahrnehmen). Oder in Gruppen-Interviews, wo sich unterschiedliche Charaktere gegenseitig beeinflussen k&#246;nnen.</p>
<p>L&#246;sungsans&#228;tze beinhalten, dass eine m&#246;glichst angenehme Umgebung f&#252;r den Probanden geschaffen wird, die es ihm erm&#246;glicht, offen zu sein. Eine Umgebung, in der er sich nicht beobachtet, getestet oder gar verh&#246;rt f&#252;hlt. Dazu geh&#246;rt, den sterilen Laborcharakter soweit als m&#246;glich zu reduzieren, aber auch eine angenehme Kommunikation mit den Versuchsleitern, die Vertrauen einfl&#246;&#223;t. Und auch hier haben wir es mit der oben erw&#228;hnten Schwierigkeit der Zeitvorgaben zu tun: Zuwenig Zeit kann beteiligte Personen unter Druck setzen. Das sollte vermieden werden. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Gibt es eine Hitliste der Usability-S&#252;nden?  </p>
<p><strong>Marcus:</strong> Das ist eine Frage, die ich so nicht beantworten mag ;) Ich bin nicht so der Fan von Hitlisten, und ich glaube auch nicht an die Usability-S&#252;nden an sich. Letzten Endes schaue ich mir eine Website im Nutzungskontext an: Was will der Anbieter erreichen, welche Ziele wollen die User erreichen, welche Erfahrung und Fertigkeiten haben sie?</p>
<p class="zitat"><strong>Fazit:</strong> Usability ist alles andere als tot.</p>
<p>Watzlawicks »Man kann nicht nicht kommunizieren« mag dem ein oder anderen schon aus dem Hals raush&#228;ngen, aber offenbar basiert aktuell genau darauf eine gro&#223;e Vielzahl schlimmer Usability-Probleme. Keine Antwort ist auch eine Antwort. Zwischen den Zeilen wird auch gelesen. U.a. deshalb bin ich ein Verfechter von interdisziplin&#228;ren Experten-Teams. Denn erfolgreiche Texte, ansprechendes Design, intelligente Programmierung, das ist alles nicht demokratisch. Eine Website verh&#228;lt sich. Sie kommuniziert.</p>
<p>Na gut, Hitliste :) Meiner Meinung nach sind die gr&#246;&#223;ten Usability-Probleme moderner Webauftritte sehr eng miteinander verwoben:<br />
- miserable Inhalte<br />
- zusammenhangloses Design<br />
- reine Anbieter- statt Benutzerorientierung und umgekehrt<br />
- Fixierung auf Funktionalit&#228;t<br />
- fehlende Nutzerintegration, z.B. durch Befragungen oder Usability-Tests</p>
<p>Fazit: Usability ist alles andere als tot. Abseits von zweifelhaften Heuristiken, quantitativen Statistiken und hilflosen Normierungs- und Zertifizierungsversuchen werden intelligentes, benutzerorientiertes, emotionales Design und entsprechende Inhalte immer wichtiger werden. Wer das abstreitet, hat noch nie einen User im Usability-Lab verzweifeln sehen ;) </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Ok, ganz schnell weg von den Hitlisten und hin zur Barrierefreiheit, ein Trend im Webdesign, wie ich meine. Hat sie das Zeug, die Interaktion zu optimieren und integriert Ihr sie in Euer Beratungskonzept, wenn ja, wie?</p>
<p><strong>Marcus:</strong> Unsere BF-Projekte sind in erster Linie Berater- oder Workshop-Projekte, die auf der BITV basieren. Rein faktisch sind sie ziemlich klar von Usability-Projekten getrennt. Integriert h&#246;chstens im philosophischen Sinne, da Usability und Accessibility eng verwandt miteinander sind bzw. Usability die Zug&#228;nglichkeit voraussetzt. Eine barrierearme Website an sich ist allerdings nicht zwangsl&#228;ufig auch benutzerfreundlich. Mir pers&#246;nlich fehlt auch in all diesen barrierearmen Sites das Design, das Emotionale, der Spa&#223;.</p>
<p>Ganz allgemein denke ich, dass die Bewegung zu mehr Web-Standards-Treue und damit auch Barrierefreiheit der Usability gut tut bzw. Nutzern wie Anbietern Vorteile bringt. Das f&#228;ngt bei den Suchergebnissen an, geht &#252;ber Ladezeiten, Bedienbarkeit und Verst&#228;ndlichkeit und h&#246;rt mit langfristig niedrigeren Kosten sicher nicht auf. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Thema Weblogs: Werden sie die Unternehmenskommunikation verbessern?</p>
<p><strong>Marcus:</strong> Sie haben in jedem Fall das Potenzial dazu, wenn sie aktuell sind, authentisch und nah am Leser geschrieben werden. Als reines PR-Bonbon im Kommunikationsmix halte ich den Einsatz von Weblogs f&#252;r verfehlt. Das w&#228;re derzeit wahrscheinlich auch fatal. Und intern sind Weblogs auch prima geeignet, um Projekte und Mitarbeiter nicht nur im Konfi zusammen zu bringen. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Was tust du und wer bist du, wenn Du nicht am Rechner sitzt oder Kunden bedienst?  </p>
<p><strong>Marcus:</strong> Ich lese sehr gerne! Seit meiner Kindheit gelte ich als Leseratte. Allerdings ist heute mein Literaturkonsum nicht mehr so hoch wie fr&#252;her. Und da ich schon seit Jahren sehr gl&#252;cklich verheiratet bin, genie&#223;e ich den Gro&#223;teil meiner Freizeit mit meiner Frau, zum Beispiel im Berliner Umland auf ausgiebigen Spazierg&#228;ngen oder als wolkentauchender Freefly-Skydiver &#252;ber Brandenburgs Seen.</p>
<p>Neben diesen Leidenschaften habe ich auch noch Hobbys: zum Beispiel meine K&#252;che und das Kochen f&#252;r mich, meine Freunde und die Familie. Dank koreanischer Herkunft bin ich gl&#252;cklicherweise mit einer Unmenge asiatischer Kochrezepte gro&#223;geworden. Und nat&#252;rlich die Technik. Ich danke heute noch Steve Jobs daf&#252;r, dass meine Frau seinen Produkten schon vor Ewigkeiten so sehr verfallen ist, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis ich ebenfalls zum Mac-User wurde. Ja, und als Digital-Video-Fan bin ich ein gro&#223;er Fan von StopMotion-Filmerei. Wenn ich mal einen einigerma&#223;en sehenswerten Clip zustande bekomme, stelle ich ihn nat&#252;rlich in mein Blog ;)</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Vielen Dank f&#252;r das Interview. Nun hast Du das letzte Wort. Fehlte ein Thema, liegt Dir etwas besonders am Herzen oder hast Du gar eine Antwort auf die Frage aller Fragen? ;-)   </p>
<p><strong>Marcus:</strong> Ich danke dir, Ralph! Die Frage aller Fragen hatte Alp ja schon beantwortet. Das hat Einstein dazu gesagt. Ist also wahr: »Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen k&#246;nnen.«</p>
<p>Und Douglas Adams f&#252;gte hinzu: »Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.«</p>
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