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	<title>krit.de &#187; Alp Uckan</title>
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		<title>&#8220;Uckanized&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2005 15:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Krit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alp Uckan]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="subtext">Alp Uçkan aus K&#246;ln ist freiberuflicher Webdesigner und System-Administrator. Auf seiner Website <a href="http://uckan.info/">uckan.info</a>, die zugleich ein Weblog ist, besch&#228;ftigt Alp sich fundiert mit Themen wie Open Source, Sicherheit im Internet, Accessibility und Grundlagen des Internets f&#252;r Einsteiger. Zwischendrin kommentiert er kritisch Ereignisse im Internet und die Weblog-Szene.</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="subtext">Alp Uçkan aus K&#246;ln ist freiberuflicher Webdesigner und System-Administrator. Auf seiner Website <a href="http://uckan.info/">uckan.info</a>, die zugleich ein Weblog ist, besch&#228;ftigt Alp sich fundiert mit Themen wie Open Source, Sicherheit im Internet, Accessibility und Grundlagen des Internets f&#252;r Einsteiger. Zwischendrin kommentiert er kritisch Ereignisse im Internet und die Weblog-Szene.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Da ich Deine Themen und Dein Schreiben im Web auch erst so richtig durch Dein Bloggen kennengelernt habe, fange ich wieder mit einer meiner Standardfragen an: Wie und wann hast Du das Bloggen entdeckt und was hat Dich angetrieben, ein Weblog aufzumachen?  </p>
<p><strong>Alp:</strong> Vorher (1999) habe ich ja gew&#246;hnliche statische Webseiten gemacht. Da habe ich schon &#8220;News&#8221; auf der Startseite von superbrain.de gehabt und interessante (Usability-bezogene) Links gesammelt. Der &#220;bergang zum Bloggen (im technischen Sinne) war flie&#223;end. Anfang 2002 wurden die News auf der Startseite dann durch ein einfaches Weblog-Tool (phposxom) ersetzt. Das Skript wurde dann von mir nach und nach um ein Kommentarskript, Timo Gnambs Trackback-L&#246;sung, Markus Kniebes Editor mit eingebautem weblogs.com-Ping und einen RSS-Feed (mit Hilfe von RSSify) erweitert. Und irgendwann wurde diese Frickel-L&#246;sung dann durch &#8220;richtige&#8221; Weblog-Systeme ersetzt.</p>
<p>Der Antrieb war damals einfach, dass es wenige deutschsprachige Usability-Sites gab. Die vorhandenen haben alle unreflektiert nach der Schnauze der Usability-Gurus gelabert. Da musste ich einfach opponieren ;-) </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Dass Du gut opponieren kannst, kann der interessierte Leser in Deinem Weblog nachlesen. ;-) Hat denn das Opponieren in dem Fall etwas gen&#252;tzt? </p>
<p><strong>Alp:</strong> Bis auf ein paar Lesermails gab es damals nicht soviel Feedback. Aber es gab eine hohe Nachfrage nach meinen damals kostenlos angebotenen heuristischen Website-Analysen. Und <a href="http://www.web-blog.net/comments/P35_0_1_0/">Marcus V&#246;lkel schrieb mal</a>, dass wohl einige im Laufe der Zeit &#8220;uckanized&#8221; worden sind ;-) Das ist f&#252;r mich Nutzen genug.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Usability ist ja &#228;hnlich wie Barrierefreiheit zum Marketing-Stempel mutiert, den man sich mit gro&#223;en Worten auf die Website dr&#252;ckt. Wie trennt man heute die Spreu vom Weizen? </p>
<p><strong>Alp:</strong> Da sagst du was. Deshalb habe ich mich im Laufe der Zeit auch immer mehr von diesem Thema ab- und mich anderen, neuen Themen zugewendet. Einen guten Usabilitologen erkennst du an seinen Arbeiten. Guck auf das, was sie fabrizieren, nicht auf das, was sie sagen. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Ein weiteres Thema, mit dem du Dich intensiv besch&#228;ftigst, hei&#223;t Wissensvermittlung. Warum und was gibt es her?  </p>
<p><strong>Alp:</strong> Ich habe schon im fr&#252;hen Alter (ca. ab dem 15ten Lebensjahr) gro&#223;es Interesse f&#252;r Psychologie, Lernen und die hirngerechte <a href="http://uckan.info/texte/wissensvermittlung.php">Wissensvermittlung</a> gezeigt. Ich h&#246;rte von &#8220;Superlearning-Sessions&#8221; (auch Suggestop&#228;die genannt), bei denen &#252;berdurchschnittliche Lernerfolge erzielt wurden. Mit meinem ersten Projekt (superbrain.de) wollte ich diese Erkenntnisse auf die Wissenvermittlung im Netz anwenden und kam dann dar&#252;ber zu Themen der &#8220;Human-Computer-Interaction&#8221;.</p>
<p>Ausserdem habe ich viel praktische Erfahrung als &#8220;Wissenvermittler&#8221; gesammelt. Mit 14 trainierte ich eine 40-k&#246;pfige Truppe in der Teakwon-Do-AG unseres Gymnasiums. Mein (abgebrochenes) Wirtschaftsinformatikstudium habe ich teilweise mit Nachhilfe in Mathematik und Erwachsenenbildung (EDV) in verschiedenen Nachhilfe-Organisationen in K&#246;ln und Umland finanziert. Und ich war darin gut. Trotz Geld-zur&#252;ck-Garantie bei nichtbestandener Pr&#252;fung habe ich bei insgesamt 50 Sch&#252;lern &#252;ber 2,5 Jahren nur einen Fall gehabt, wo die Sch&#252;lerin ihre Pr&#252;fung nicht bestanden hat, was aber mehr an ihrem famili&#228;ren Umfeld lag.</p>
<p class="zitat"><strong>Wissensvermittlung</strong> ist ein Dauerthema f&#252;r mich und ich bin starker Verfechter des &#8220;Lebenslangen Lernens&#8221;</p>
<p>Und auch heute profitiere ich von dieser Erfahrung, wenn ich z.B. Anleitungen schreibe, oder DAUs einweise (z.b. bei Support-T&#228;tigkeiten in Firmen).</p>
<p>Wissensvermittlung ist ein Dauerthema f&#252;r mich und ich bin starker Verfechter des &#8220;Lebenslangen Lernens&#8221;. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Du pflegst eine Linksammlung &#252;ber <a href="http://uckan.info/portal/">Human-Computer-Interaction</a> (HCI). Was meint der Begriff? Und naiv gefragt, baut man damit auch bessere Websites?  </p>
<p><strong>Alp:</strong> Ok, ich denke niemand will hier jetzt die allgemeine Definition von HCI h&#246;ren. Die kann man ja &#252;berall nachschlagen. F&#252;r mich ist es eine Betrachtungsweise auf das &#8220;Gesamtsystem&#8221; Mensch und Maschine. Als &#8220;Geek&#8221; betrachtet man nur die Maschine oder die Software. Man findet dabei Gefallen oder Begeisterung an der Funktionsweise an sich. Kommt aber der Mensch mit ins Spiel, ver&#228;ndert sich alles. Dann &#8220;funktionieren&#8221; Dinge auf einmal nur, wenn sich zwischen der Arbeitsweise der Maschine und der des menschlichen Gehirns Schnittmengen bilden. Diese feine Schnittmenge zu finden ist die ganze &#8220;Kunst&#8221; in der HCI-Lehre.</p>
<p>Da Websites auch nur eine Art Benutzeroberfl&#228;che f&#252;r die dahinterliegenden Informationen und Funktionen eines Systems sind, w&#252;rde ich &#8211; ganz naiv &#8211; sagen: Ja, damit kann man bessere Websites bauen. Vielleicht nicht perfekte, aber bessere ;-) </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Auf Deiner Site widmest Du Dich verschiedenen Einsteigerthemen. Was sind die aktuellsten (oder welche sind Dir am wichtigsten), wie kommen sie an und was motiviert Dich, sie anzubieten? Ich weiss ja aus eigener Erfahrung, dass Anleitungen recht viel Arbeit machen, und manchmal das Feedback mehr als der Text selbst. </p>
<p><strong>Alp:</strong> Ich behandle Einsteigerthemen, die mir pers&#246;nlich wichtig sind. Wenn ich z.B. m&#246;chte, dass die Leute den MS Internet Explorer in die Tonne kloppen (und das ja auch immer wieder lautstark in meinem Weblog propagiere), dann muss ich auch die Hilfe dazu liefern. Wenn man so etwas n&#228;mlich &#8220;verlangt&#8221; und der Laie das liest, k&#246;nnen Frustgef&#252;hle entstehen (&#8220;Ja toll ihr Angeber, ihr k&#246;nnt das ja auch. Aber wie soll ich&#8230;?&#8221;)</p>
<p>Das aktuellste Thema, wo auch am meisten Aufkl&#228;rungsbedarf herrscht, ist &#8220;Sicherheit&#8221; im Netz und auf einfacher Anwenderebene. Hier k&#246;nnen solche Anleitungen ma&#223;geblich dabei helfen, die 2-Teilung der Netzbewohner zu verwischen. Da gibt es n&#228;mlich die &#8220;Opfer&#8221;, deren Rechner st&#228;ndig verseucht sind, deren Daten immer mehr ausgesp&#228;ht werden und deren Rechner f&#252;r Missetaten gekiddnapt werden (ohne, dass sie es meist wissen) und die, die sich immernoch einigerma&#223;en sicher durchs Netz bewegen k&#246;nnen.</p>
<p>Aber man muss klein anfangen. Erst der richtige Browser, dann das richtige Emailprogramm, dann die Verschl&#252;sselung &#8230; und irgendwann hoffentlich das richtige Betriebssystem. Der Zweck ist die Sensibilisierung.</p>
<p>Das Feedback auf solche Anleitungen war bisher durchweg positiv und ich werde damit weitermachen, wann immer es meine Zeit erlaubt.</p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Beim Stichwort Zeit f&#228;llt mir Deine Freiberuflichkeit ein. Was sch&#228;tzt Du an ihr und was nicht?   </p>
<p><strong>Alp:</strong> Wie die meisten Freiberufler sch&#228;tze ich, dass ich meine Zeit frei einteilen kann. Und dass ich mein eigener Chef bin. Ich bin erst seit Mitte 2001 richtig selbstst&#228;ndig und habe mich vorher &#8211; wie viele &#8211; in verschiedenen Firmen als Admin oder Datenbankentwickler verheizen lassen. Was ich am wenigsten ertragen konnte war, f&#252;r die Fehler meiner gr&#246;&#223;tenteils unf&#228;higen Vorgesetzten einstehen zu m&#252;ssen. Wenn ich jetzt nur f&#252;r meine Fehler bezahlen muss, kann ich damit leben und sogar daraus lernen.</p>
<p>Was mir daran nicht so gef&#228;llt &#8230; die Steuererkl&#228;rungen ;-) </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> H&#246;r mir auf mit Steuererkl&#228;rungen! ;-) &#8211; Spannender: Wie gewinnst Du Kunden? Hilft Dir Dein Weblog eigentlich dabei, zum Beispiel weil potentielle Kunden Dich &#252;ber bei Google verlinkte Artikel entdecken? </p>
<p><strong>Alp:</strong> Das Weblog selbst bringt erst seit 2 Jahren Kunden. Und auch nur 1-2 St&#252;ck pro Jahr. Erst vorgestern hat sogar ein Ingenieurb&#252;ro Jabber nach meiner Anleitung installiert und mich einfach angequatscht (auch daf&#252;r lohnen sich manchmal Anleitungen, um die obige Frage zu vervollst&#228;ndigen).</p>
<p>Ich gebe aber ehrlich zu, dass ich nicht &#246;ffentlich die Details meiner Aquisemethoden verraten m&#246;chte ;-) Den gr&#246;&#223;ten Teil aquiriere ich immernoch aus meinem Umfeld, aus der Hunde-Szene und aus fr&#252;heren Gesch&#228;ftsbeziehungen.</p>
<p>Wichtig ist auf jedenfall, mit den Menschen in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Ob auf (offline-)Parties  / Veranstaltungen oder in Online-Communities, die man aufbaut &#8230; man muss zuh&#246;ren und herausfinden, wie man jemandem helfen kann. Am Anfang braucht man viel Geduld und es war zeitweise auch recht hart f&#252;r mich. Aber irgendwann l&#228;uft das R&#228;dchen fast von allein. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Mist, ich dachte, ich k&#246;nnte noch ein paar Akquise-Tipps mit in die Nacht nehmen. ;-) Aber Sp&#228;ssken beiseite, ich hoffe, ich darf jetzt kurz vor Torschluss noch zum privaten Alp &#252;berleiten. Ich weiss, Du magst Tantuni hei&#223; und innig und bist ein Freund von Windhunden. Was tust du und wer bist du, wenn Du nicht am Rechner sitzt oder Kunden bedienst?</p>
<p><strong>Alp:</strong> Leute besuchen, mit Freunden abh&#228;ngen, manchmal mit ihnen per Playstation oder Gamecube abdaddeln &#8230; mit Diva im Wald rumlaufen (naja, nicht wirklich &#8230; sie schafft immerhin 50-60 km/h), ihr ein paar Tricks beibringen, Versuchskaninchen f&#252;r die asiatischen Kochk&#252;nste meiner Freundin spielen ;-)</p>
<p>Ich gehe gerne einmal im Monat in den Weinshop, neue Sp&#228;tburgunder ausprobieren. Fotografieren lernen (mit meiner neuen Sony Cybershot DSC F828) &#8230; oder einfach nur Abends einen guten Film genie&#223;en. </p>
<p><strong>Herr Krit:</strong> Danke f&#252;r das Interview (Du antwortest wahrlich schnell :-) Nun hast Du das letzte Wort. Fehlte ein Thema, liegt Dir etwas auf dem Herzen oder hast Du gar eine Antwort auf die Frage aller Fragen? ;-) </p>
<p><strong>Alp:</strong> Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst &#8230; achja und: 42 ;-) &#8211; Ich danke ebenfalls f&#252;r das Interview.</p>
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